Maria in der volkstümlichen Frömmigkeit
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Santuario della Madonna "Salus Infirmorum" di Scaldaferro: Liturgische Ergründung
Die Gestalt der Hl. Jungfrau ist wahrscheinlich eines der stärksten kulturellen Symbole, das jede religiöse Ausdruckweise und Kundgebung durchsetzt.
Der Kontakt zwischen dem Gläubigen und der Madonna erfolgt mit der ausdrücklichen Bitte zu helfen, was das vollkommene Vertrauen in die Fürbitte ausdrückt und das Hauptmerkmal der ihr gewidmeten Ergebenheit darstellt.Auch wenn die Geschichte der Marienverehrung direkt an die evangelisch-liturgische Tradition anknüpft und ihr Mysterium von den Theologen studiert wird, so wird dagegen die Wahrnehmung ihrer "Gnaden spendenden" Kraft direkt und fast intiutiv vom sensus fidelium übernommen.
Die Christen haben immer schon in der Jungfrau die erste und größte Gläubige gesehen, die bevorzugte Zeugin der Harmonie des Heils, zu deren Erfüllung sie aus der Nähe durch die vollständige Unterstützung des Willen Gottes beigetragen hat.
Sie wird als diejenige angesehen, die den Sohn erzeugt hat und wird so die Mutter aller Gläubigen, die in einem menschlichen Herz die gesamte Kraft der göttlichen Liebe offenbart. Sie ist außerdem im Gegensatz zu den Gläubigen frei von allen Sünden, rein und heilig, aber gleichzeitig der Geschichte der Menschen sehr nah, da sie deren Leiden geteilt und den größten Schmerz, den Tod Christi, ertragen hat. Die Forscher der volkstümlichen Gläubigkeit sprechen von einem Element, das die Figur der Jungfrau einmalig werden läßt: Ihre "Universalität" und "Geschichtlichkeit". In der Tat ist Maria als Heilige und Königin über allen, befindet sich aber trotzdem ständig überall und tritt als Führer und Vorbild, aber vor allem als barmherzige Mutter auf. Ihr wurden sowohl Kirchen als auch vor allem Wallfahrtsstätten geweiht; letztere sind bevorzugte Orte der Ergebenheit, wo sie von den Gläubigen, die sie anrufen, um sich bei ihr zu bedanken, verehrt und " getroffen" werden kann.
Einer von diesen ist der Wallfahrtsort Madonna Salus infirmorum in Scaldaferro, das Zeugnis eines wahren Glaubens, der in Maria die erste Helferin für die Leidenden sieht. Das Fresko des Wunders stellt sie in der Tat mit dem Mantel der Krankenschwester dar, wodurch die Sorge und die große Demut, mit der sich die Heilige der Heiligen um die Schwachen kümmert, unterstrichen wird, denn im Schmerz des Leidenden läßt sich das wahre Gesicht von Christus erkennen.
Text: Frau Dr. Michela Fantin (Amt für Kulturgut der Diözese Vicenza) |